Renas Sido: Wo sind meine Olivenbäume? Auf Umwegen von Syrien ins Rheinland
Der Titel dieses Buchs klingt wie ein Aufschrei. Im Titel drückt sich schon das ganze Elend, die totale Hilflosigkeit hautnah erlebten Geschehens aus. Schlüsseljahr ist 2015. Damals wurden Millionen Flüchtlinge nach wahnwitzigen Fluchtwegen an Europas Strände gespült oder haben an allzu oft verschlossene Türen geklopft. Geschafft haben es nur wenige, und die meisten sitzen auf ihrem Weg heute noch fest.
Renas Sido ist durchgekommen. Beinahe 18 Jahre jung war er beim Aufbruch aus dem kurdischen Teil Syriens. Die Lektüre legt nahe, dass er damals bereits seine Jugend hinter sich hatte. Haarsträubende Auswüchse des Bürgerkriegs, skandalöse Verhältnisse in der Schule, wirtschaftliche Not und das Leben in einer gleichwohl intakten Familie haben ihn geprägt. Die Sehnsucht nach Europa hat ihn immer begleitet.
Taschenbuch, 15,5cm x 22cm
238 Seiten, 14,90 €
ISBN 978-3-928249-98-0
Skript-Verlag 2022
238 Seiten, 14,90 €
ISBN 978-3-928249-98-0
Skript-Verlag 2022
Rezensionen
5,0 von 5 Sternen Sehr beeindruckendes Buch
amazon-Rezension aus Deutschland vom 14. März 2023
Schnelle Lieferung. Das Buch kann ich nur empfehlen. Sehr interessant!
Vanessa
5,0 von 5 Sternen Ergreifende Fluchtgeschichte
amazon-Rezension aus Deutschland vom 9. Mai 2022
Das 237seitige Buch ist im Jahr 2022 im Skript Verlag erschienen und ist ein autobiografischer Bericht. Es handelt sich um die Flucht des jungen Syrers Renas und die Etappen seines Fluchtweges bis ins rheinische Neuss, wo er ein neues Leben begonnen hat.
Zu Beginn beschreibt Renas sehr eindrücklich sein Aufwachsen in einem autoritären Schulsystem und in einer liebevollen Familie, die sein rebellisches Verhalten nachvollziehen kann. Aufgrund des Assad-Regimes, das sein Leben als Kurde in Syrien unerträglich macht, wächst in ihm der Wunsch, seiner Heimat den Rücken zu kehren. „Ich habe 2011 meine Heimat Syrien nicht aus Abenteuerlust verlassen, sondern bin vor dem Krieg geflohen“. Seine Familie unterstützt ihn dabei und es beginnt eine Odyssee von Fluchtwegen in verschiedene Nachbarländer. Die Angst begleitet Renas überall, denn Gefahren und Risiken lauern in allen Ländern, in denen er lebt. Die ständige Jagd nach einer sicheren und besseren Bezahlung veranlassen Renas dazu, verschiedene Jobs anzunehmen. Dies ist nötig, einerseits um das Überleben zu sichern, andererseits um ausreichend Geld für die Schleuser zusammen zu bekommen. Etliche Male schwebt er in Lebensgefahr, insbesondere auf seinen Fluchtwegen, die er sehr spannend beschreibt.
Renas ist schnell erwachsen geworden. „Warum ist das Leben so schwer?“ fragt er sich und berichtet über unwürdige Lebensbedingungen und skrupellose Menschen, die ihm begegnet sind. Durch verschiedene Ereignisse ist seine Menschenkenntnis geschult worden und so lernt er tatsächlich auch Menschen kennen, die Freunde fürs Leben geworden sind. Auch der Zusammenhalt der Familie und der erweiterten Verwandtschaft wird gut beschrieben.
Auf dem Weg nach Europa beschreibt Renas die „Innenansicht“ der Flucht über die Balkanroute, die weitaus dramatischer ist als die ohnehin schon dramatischen Bilder, die uns die Medien im Jahr 2015 geliefert haben. Schließlich erreicht er Deutschland, wird in NRW als Asylbewerber registriert und wird der Stadt Neuss zugeteilt, wo er in einer Flüchtlingsunterkunft lebt. Ab dann beginnt die Erfolgsgeschichte des Geflüchteten, beginnend mit dem Erlernen der deutschen Sprache bis hin zum erfolgreichen Abschluss seiner Ausbildung und Übernahme in seinem Ausbildungsbetrieb.
Am Ende des Buches gibt es erfreulicherweise ein Personenregister, damit man aufgrund der Fülle von Namen unterschiedlichster Menschen nicht den Überblick verliert. Eine der wichtigsten Personen in Renas Leben, die er in Deutschland kennengelernt hat, ist seine Mentorin und mütterliche Freundin Ines Kolender. Auch das ist Glück: Wohlwollenden Menschen zu begegnen, die einem in jeder Lebenssituation zur Seite stehen. Jedem geflüchteten Menschen sei eine Unterstützerin wie Ines gegönnt, denn solch eine Bekanntschaft erleichtert die Integration von zugewanderten Menschen ungemein.
Für mich bleibt eine Frage offen: Ob Renas trotz allem, was er erlebt hat, Heimweh hat? Er weist auf die Liebe zu den Olivenbäumen in seinem Heimatland hin, aber wie wird er in Zukunft damit umgehen? Das Buch ist ein wichtiger Beitrag eines Zeitzeugen, der nicht nur für junge Menschen interessant ist und für Schulen als Lektüre in der Oberstufe zu empfehlen ist, sondern auch für die Einheimischen, für die Mehrheitsgesellschaft, die oftmals pauschal über Fluchtgründe urteilt. Das Buch empfehle ich weiter, denn was im Jahr 2015 passiert ist, wiederholt sich aktuell in ähnlicher Weise, wo ukrainische Geflüchtete nach Deutschland kommen und Schutz suchen. Empathie und Menschlichkeit gehören mehr denn je zu den Qualifikationen, die unsere Gesellschaft bereithalten muss.
Zu Beginn beschreibt Renas sehr eindrücklich sein Aufwachsen in einem autoritären Schulsystem und in einer liebevollen Familie, die sein rebellisches Verhalten nachvollziehen kann. Aufgrund des Assad-Regimes, das sein Leben als Kurde in Syrien unerträglich macht, wächst in ihm der Wunsch, seiner Heimat den Rücken zu kehren. „Ich habe 2011 meine Heimat Syrien nicht aus Abenteuerlust verlassen, sondern bin vor dem Krieg geflohen“. Seine Familie unterstützt ihn dabei und es beginnt eine Odyssee von Fluchtwegen in verschiedene Nachbarländer. Die Angst begleitet Renas überall, denn Gefahren und Risiken lauern in allen Ländern, in denen er lebt. Die ständige Jagd nach einer sicheren und besseren Bezahlung veranlassen Renas dazu, verschiedene Jobs anzunehmen. Dies ist nötig, einerseits um das Überleben zu sichern, andererseits um ausreichend Geld für die Schleuser zusammen zu bekommen. Etliche Male schwebt er in Lebensgefahr, insbesondere auf seinen Fluchtwegen, die er sehr spannend beschreibt.
Renas ist schnell erwachsen geworden. „Warum ist das Leben so schwer?“ fragt er sich und berichtet über unwürdige Lebensbedingungen und skrupellose Menschen, die ihm begegnet sind. Durch verschiedene Ereignisse ist seine Menschenkenntnis geschult worden und so lernt er tatsächlich auch Menschen kennen, die Freunde fürs Leben geworden sind. Auch der Zusammenhalt der Familie und der erweiterten Verwandtschaft wird gut beschrieben.
Auf dem Weg nach Europa beschreibt Renas die „Innenansicht“ der Flucht über die Balkanroute, die weitaus dramatischer ist als die ohnehin schon dramatischen Bilder, die uns die Medien im Jahr 2015 geliefert haben. Schließlich erreicht er Deutschland, wird in NRW als Asylbewerber registriert und wird der Stadt Neuss zugeteilt, wo er in einer Flüchtlingsunterkunft lebt. Ab dann beginnt die Erfolgsgeschichte des Geflüchteten, beginnend mit dem Erlernen der deutschen Sprache bis hin zum erfolgreichen Abschluss seiner Ausbildung und Übernahme in seinem Ausbildungsbetrieb.
Am Ende des Buches gibt es erfreulicherweise ein Personenregister, damit man aufgrund der Fülle von Namen unterschiedlichster Menschen nicht den Überblick verliert. Eine der wichtigsten Personen in Renas Leben, die er in Deutschland kennengelernt hat, ist seine Mentorin und mütterliche Freundin Ines Kolender. Auch das ist Glück: Wohlwollenden Menschen zu begegnen, die einem in jeder Lebenssituation zur Seite stehen. Jedem geflüchteten Menschen sei eine Unterstützerin wie Ines gegönnt, denn solch eine Bekanntschaft erleichtert die Integration von zugewanderten Menschen ungemein.
Für mich bleibt eine Frage offen: Ob Renas trotz allem, was er erlebt hat, Heimweh hat? Er weist auf die Liebe zu den Olivenbäumen in seinem Heimatland hin, aber wie wird er in Zukunft damit umgehen? Das Buch ist ein wichtiger Beitrag eines Zeitzeugen, der nicht nur für junge Menschen interessant ist und für Schulen als Lektüre in der Oberstufe zu empfehlen ist, sondern auch für die Einheimischen, für die Mehrheitsgesellschaft, die oftmals pauschal über Fluchtgründe urteilt. Das Buch empfehle ich weiter, denn was im Jahr 2015 passiert ist, wiederholt sich aktuell in ähnlicher Weise, wo ukrainische Geflüchtete nach Deutschland kommen und Schutz suchen. Empathie und Menschlichkeit gehören mehr denn je zu den Qualifikationen, die unsere Gesellschaft bereithalten muss.
Despina
Niklas
5,0 von 5 Sternen Nur zu empfehlen!
Bewertet in Deutschland am 5. Dezember 2023
Ich kann das Buch nur empfehlen. Es zeigt sehr detailliert, was es bedeutet zu flüchten. Vielen Dank für dieses Buch!
5,0 von 5 Sternen Nur zu empfehlen!
Bewertet in Deutschland am 5. Dezember 2023
Ich kann das Buch nur empfehlen. Es zeigt sehr detailliert, was es bedeutet zu flüchten. Vielen Dank für dieses Buch!
Ori
5,0 von 5 Sternen Sehr schön Buch
Bewertet in Deutschland am 31. August 2022
Bewertet in Deutschland am 31. August 2022
Manuel
5,0 von 5 Sternen Lesenswert, da sehr realistisch!
Bewertet in Deutschland am 20. April 2022
Wenn ein junger Mensch aus seiner Heimat flieht, hat er zumeist einen sehr triftigen Grund. So auch Renas Sido, der mit 16 Jahren beschließt, vor dem Krieg in Syrien und dem drohenden Militärdienst zu fliehen. Sein neues Zuhause findet er erst viele Jahre später in Neuss, vorher hat er in Ländern wie Libyen und der Türkei versucht, sein Glück zu finden.
Oftmals sind es die kleinen Dinge, die einen beim Lesen innehalten lassen und die Olivenbäume sind ein sehr gutes Beispiel für die Sehnsucht, die vermutlich jeder Geflüchtete nach seiner Heimat behält. Vermutlich gibt es viele noch dramatischere Fluchten oder schrecklicheres Leid, was Menschen, die ihre Heimat unfreiwillig verlassen müssen, erleben. Aber grade die sehr realistische Beschreibungen des jungen Syrers machen dieses Buch sehr empfehlenswert. Es müssen nicht die ganz großen Dramen die uns täglich in den Nachrichten vor Augen geführt werden sein, sondern die Flucht wie sie viele tausend Menschen erlebt haben, wird einem in diesem Buch sehr gut vor Augen geführt. Dabei geht es nicht um einen „Helden“, sondern um einen ganz normalen jungen Mann mit Zweifeln und Träumen und manchmal auch mit Handlungen, die für jemanden der schon immer im sicheren Deutschland lebt, als „Weg des geringsten Widerstandes“ erscheinen mögen. Aber genau das ist es, was das Buch so realistisch und lesenswert macht.
Hinzu kommen immer wieder „Infokästen“, die einem vieles ins Gedächtnis rufen und wertvolle Infos zu den Ländern, Themen und der Fluchtroute geben.
Schön, dass es so erfolgreiche Geschichten um das Thema Flucht und Integration gibt. Wer diese Buch liest, versteht sehr viel mehr, warum das Thema Heimat für alle Menschen so wichtig ist.
Fazit: Unbedingt lesenswert!
Bewertet in Deutschland am 20. April 2022
Wenn ein junger Mensch aus seiner Heimat flieht, hat er zumeist einen sehr triftigen Grund. So auch Renas Sido, der mit 16 Jahren beschließt, vor dem Krieg in Syrien und dem drohenden Militärdienst zu fliehen. Sein neues Zuhause findet er erst viele Jahre später in Neuss, vorher hat er in Ländern wie Libyen und der Türkei versucht, sein Glück zu finden.
Oftmals sind es die kleinen Dinge, die einen beim Lesen innehalten lassen und die Olivenbäume sind ein sehr gutes Beispiel für die Sehnsucht, die vermutlich jeder Geflüchtete nach seiner Heimat behält. Vermutlich gibt es viele noch dramatischere Fluchten oder schrecklicheres Leid, was Menschen, die ihre Heimat unfreiwillig verlassen müssen, erleben. Aber grade die sehr realistische Beschreibungen des jungen Syrers machen dieses Buch sehr empfehlenswert. Es müssen nicht die ganz großen Dramen die uns täglich in den Nachrichten vor Augen geführt werden sein, sondern die Flucht wie sie viele tausend Menschen erlebt haben, wird einem in diesem Buch sehr gut vor Augen geführt. Dabei geht es nicht um einen „Helden“, sondern um einen ganz normalen jungen Mann mit Zweifeln und Träumen und manchmal auch mit Handlungen, die für jemanden der schon immer im sicheren Deutschland lebt, als „Weg des geringsten Widerstandes“ erscheinen mögen. Aber genau das ist es, was das Buch so realistisch und lesenswert macht.
Hinzu kommen immer wieder „Infokästen“, die einem vieles ins Gedächtnis rufen und wertvolle Infos zu den Ländern, Themen und der Fluchtroute geben.
Schön, dass es so erfolgreiche Geschichten um das Thema Flucht und Integration gibt. Wer diese Buch liest, versteht sehr viel mehr, warum das Thema Heimat für alle Menschen so wichtig ist.
Fazit: Unbedingt lesenswert!
Ingrid Frank
5,0 von 5 Sternen ein sehr authentisches Buch zu Hintergründen, Gedanken und Gefühlen einer Flucht aus Syrien
Bewertet in Deutschland am 30. Juli 2022
Renas Sido beeindruckt mich durch seine Fähigkeit sowohl informativ als auch ganz persönlich seine eigene Fluchtgeschichte sehr unprätentiös aufzuschreiben. Ich habe großen Respekt vor der Kraft dies angesichts der z.T. traumatischen Erlebnisse zu wagen und bin dankbar dafür das Buch gelesen zu haben.
Die Geschichte eines jungen Mannes, die für viele andere vergleichbare sensibilisiert!
Georg SchmittBewertet in Deutschland am 30. Juli 2022
Renas Sido beeindruckt mich durch seine Fähigkeit sowohl informativ als auch ganz persönlich seine eigene Fluchtgeschichte sehr unprätentiös aufzuschreiben. Ich habe großen Respekt vor der Kraft dies angesichts der z.T. traumatischen Erlebnisse zu wagen und bin dankbar dafür das Buch gelesen zu haben.
Die Geschichte eines jungen Mannes, die für viele andere vergleichbare sensibilisiert!
5,0 von 5 Sternen Absolut empfehlenswert!
Bewertet in Deutschland am 26. April 2022
Absolut ergreifend, minutiöses Erinnerungsvermögen an alle schrecklichen aber auch positiven Erlebnisse während seiner Flucht bis zum vorläufigen Ziel in Neuss.
Absolut empfehlenswert, vor allem für diejenigen, die immer noch nicht verstehen, warum Menschen freiwillig diese lebensgefährliche Reise auf sich nehmen.
Mein Name ist Renas Sido. Ich komme aus Afrin, einer Region in Syrien, die zu den weltweit größten Olivenölproduzenten zählte.